Das unglaubliche Comeback des Steve Jobs
Wie er Apple zum zweiten Mal erfand

Alan Deutschman
2001 Frankfurt am Main
Campus Verlag
296 seiten
58,00 DM

Ein Buch über Steve Jobs - nicht das erste und sicherlich auch nicht das letzte. Deutschman steigt nach dem Rausschmiss bei Apple ein, direkt mit der Gründung von Next. Die einzelnen Kapitel sind übersäht mit Personen, bekannteren und unbekannteren, die Steve beschreiben und Szenen seines Lebens ausleuchten. Manchmal ist es etwas schwierig die vielen Personen einzuordnen, gerade, wenn sie Kapitel später wieder auftauchen. Besonders die Danksagung am Ende mag einen ersten Einblick in die vielen Personen bieten, dankt Deutschman dort doch nicht weniger als 123 Personen.

Pixar war lange Zeit eine Art Hobby von Steve Jobs, das ihn 50 Millonen Dollar kostete, ehe es mit Toy Story Geld verdiente. Es ist Jobs zu verdanken, dass heute der Pixar-Schriftzug in gleicher Grösse wie das Disney-Logo erscheint. Er hatte es mit seiner Unverfrohrenheit geschafft, den Disney-Bossen dieses und noch einiges mehr für Pixar abzutrotzen. Doch zunächst durchlebt man als Leser die Anfänge der Regentenschaft Jobs bei Pixar, seine (wahrscheinlich) grösste Lebenskrise bis zu seinem Comeback, an dem der phänomenale Erfolg von Toy Story und A Bug's Life einen wesentlichen Anteil hatte.

Bemerkenswert für den Narzisten Jobs ist, dass er bei Pixar eigentlich nichts zu sagen hatte. Eine witzige Annekdote über ein neues Schulungsgebäude von Pixar zeigt, dass sich Jobs in die Idee verrannt hatte, nur einen Toilettenraum in ganzen Gebäude zu haben, was zu heftigsten Kritiken der anwesenden Pixar-Mitarbeiter führte - bei Apple früher wie später undenkbar gewesen -, so dass es für ihn zu einem seiner peinlichsten beruflichen Augeblicke wurde.

Sehr deutlich stellt Deutschman den Machtmennschen Steve Jobs heraus, der gestandende Manager zum Zittern bringen konnte, seine abwärtende, angriffslustig vulgäre Art, die ihre Wirkung fast nie verfehlte, zeigte meist Wirkung bei allen Beteiligten. Auf der anderen Seite wird die ungeheure Energie klar, mit der Jobs es schafft, nur einen Raum zu betreten und z.B. Belanglosigkeiten, wie eine bessere Erreichbarkeit von Speicher bei den neueren iMacs dem ergebenen Apple-Jüngern als etwas wirklich bedeutungsvolles zu verkünden.

Es stellt sich die Frage: Wer sollte diese Buch lesen. Ein Apple-Jünger und -Fanatiker müssen es lesen, jemand der über den Tellerrand schauen möchte, sollte es lesen, gerade, wenn er z.B. auch "Fire in the Valley" gesehen hat, ist das Buch eine gute Fortsetzung (natürlich verweist Deutschman auch auf den Film), Apple-Hasser sollten das Buch sicherlich nicht lesen, werden sie ihre Meinung doch nicht ändern.


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